Planungsprozess

Planen, Bauen, Fahren – wie entsteht ein Großprojekt?

Das Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover ist unbestreitbar ein echtes Megaprojekt, mit einem Gesamtumfang von 400 Kilometern Schiene. Kein Wunder also, dass die Planungen gut strukturiert sein müssen, um das Projekt erfolgreich umzusetzen.

Innerhalb des Projekts werden deshalb fünf Projektphasen unterschieden, die nicht immer eindeutig voneinander getrennt werden können. In der Praxis überschneiden sich einzelne Phasen.

Wie funktioniert die Planung neuer Infrastruktur bei der DB?

Für eine zukunftsfähige Infrastruktur plant und baut die Deutsche Bahn schon heute überall im Land neue Gleise, Brücken und Stationen. Aber wie geht das? Wie läuft die Planung ab? An welcher Stelle können sich Bürgerinnen und Bürger einbringen – und warum vergehen oft viele Jahre bis zur Fertigstellung neuer Infrastruktur? Antworten darauf gibt das folgende Video.

Es vergehen oft mehrere Jahre, bis bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung die ersten Bagger rollen. Grund dafür sind die komplexe Rechtslage, arbeitsaufwendige Genehmigungsverfahren und der intensive Austausch mit den Menschen vor Ort. Für das Projekt ergibt sich daraus die Möglichkeit, die Belange der Anwohnerinnen und Anwohner in die Planung mit einzubeziehen, um beispielsweise dem berechtigten Interesse nach Schall- und Erschütterungsschutz nachzukommen.

Die fünf Projektphasen

Aktueller Stand

Projektvorbereitung

Hier werden Grundlagen und Rahmenbedingungen für das weitere Projekt geschaffen. Die Zielsetzung des Projekts wird geklärt und eine erste Bestandsaufnahme erfolgt. Der Anfang ist gemacht.

Planung

Zunächst werden mögliche Varianten für den Bau untersucht und bewertet. Dabei spielen umweltfachliche, technische und wirtschaftliche Kriterien eine Rolle. Anschließend wird die gewählte Variante detailliert ausgearbeitet. Die bereits aufgenommenen Gespräche mit Behörden werden bezüglich Genehmigungsfähigkeit konkretisiert und eine Kostenberechnung erfolgt. Am Ende werden die notwendigen Unterlagen zur Genehmigung vervollständigt und bei der zuständigen Behörde eingereicht. Dazu zählen unter anderem Detailpläne, schalltechnische Untersuchungen und Umweltgutachten.

An dieser Stelle können die Betroffenen Planungseinsicht erhalten und Einwände formulieren. Das Bahnprojekt Hamburg/Bremen–Hannover bindet bereits seit 2018, in Form der „Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ (§25 Verwaltungsverfahrensgesetz), in die Planungsprozesse ein. Außerdem ist eine parlamentarische Befassung vorgesehen.

Wird die Planung genehmigt, liegt der Planfeststellungsbeschluss und damit das Baurecht vor.

Vorzugsvariante
Planfeststellungs-
beschluss

Ausführungsvorbereitung

Ziel ist alle Unterlagen zusammenzustellen, die zur Realisierung des Projekts notwendig sind. Im Mittelpunkt steht die Erstellung von Bauplänen in einem großen Maßstab.
Daneben werden die Hauptbauleistungen ausgeschrieben und vergeben. Dafür wurden vorab alle Leistungen exakt und möglichst vollständig beschrieben. Die eingehenden Angebote der Bieterinnen und Bieter werden geprüft und bewertet. Anschließend wird verhandelt und der Auftrag erteilt.

Ausführung

In dieser Phase des Projekts werden die zuvor erarbeiteten Pläne in eine konkrete Bauplanung überführt, um die Umsetzung vorzubereiten. Diese muss insbesondere dem Planfeststellungsbeschluss Rechnung tragen.

Sobald die Bauphase beginnt, findet eine kontinuierliche Überwachung statt. Im Zuge dieser Bauüberwachung wird der Terminplan und die Dokumentation kontrolliert, mögliche Mängel festgestellt und deren Beseitigung organisiert. Außerdem wird die Bauleistung der zuvor gebundenen Firmen abgenommen.

Beginn der Bauarbeiten

Projektabschluss

Das Projekt kommt zu einem Ende und die Inbetriebnahme erfolgt.

An diesem Punkt geht eine Bahnstrecke von der Bauphase in den regulären beziehungsweise fahrplanmäßigen Betrieb über.

Kleinere bauliche Restarbeiten, wie das Wiederherstellen von Baueinrichtungsflächen oder die Beseitigung letzter Mängel, werden vorgenommen. Ein Instandhaltungskonzept wird erstellt und die Projektdokumentation und -evaluation wird finalisiert.

Inbetriebnahme
Ende des Projekts